Peter und ein Stern

„Das ewige Warten auf Weihnachten. Das ist soooo fad und öd!“, schreit Peter und haut mit der Faust auf seinen Schreibtisch. Er ist alleine zu Hause, Mama ist beim Zahnarzt. Ursula, seine Schwester, bei einer Freundin und Papa kommt sowieso erst zum Abendessen.

Er wollte heute mit Mama Kekse backen, aber die hat natürlich keine Zeit. Stefan, sein Freund muss zu Hause bleiben, weil er für die Schule lernen muss. Und ihm ist einfach nur fad!


Schön langsam wird es finster draußen. Peter weiß nicht, was er spielen soll. Gelangweilt stützt er sich mit beiden Armen auf das Fensterbrett. Der erste Stern setzt sich an den Himmel.

Fasziniert sieht Peter, wie er immer heller wird.

„Du hast es gut“, sagt Peter zu dem Stern. „Du kannst die ganze Welt von oben bestaunen. Ich muss hier in meinem Zimmer sitzen und mir ist sooo fad.“ Plötzlich spricht der Stern zu ihm. „Warum ist dir so fad?“, fragt er. „Ich sehe ganz viel Spielzeug in deinem Zimmer.“
„Spielen freut mich nicht. Immer diese Warterei“, beklagt sich Peter.
„Auf was wartest du?“, fragt der Stern. „Auf Mama, auf Ursula, auf Papa. Immer muss ich warten.“ „Immer?“

„Ja immer. Auf Weihnachten.“
„Wäre dir lieber Weihnachten wäre schon da?“ „Ja!“, ruft Peter, „dann hätte ich all die Sachen, die ich mir wünsche schon. Ich könnte spielen und mir wäre nicht so fad!“ „Aber morgen wären dann die Geschenke auch ausprobiert und dir wäre wieder fad, oder?“, fragt der Stern neugierig.

Peter denkt nach.
„Du hast recht“, gesteht Peter. „Aber was soll ich machen, wenn ich diese Warterei satt habe?“ „Du könntest dir etwas Lustiges oder eine Überraschung ausdenken?“
„Eine Überraschung? Meinst du für das Christkind?“ „Oder?“, fragt der Stern zurück.
„Meine Eltern, meine Schwester, meinst du die?“ „Zum Beispiel.“, antwortet der Stern.
„Meinst du jetzt, sofort oder später?“

Der Stern schweigt.
Peter springt auf und reißt seine Arme in die Höhe. „Ich hab`s. Ich bereite schon das Abendessen vor. Da werden sich alle drei freuen und werden staunen.“ „Gute Idee“, lächelt der Stern. „Danke kleiner Stern. Bist du morgen auch wieder da?“ „Ja, du kannst mich jeden Tag besuchen.“ „Das mache ich. Mit dir kann ich so gut reden und du hast so gute Ideen. Jetzt muss ich aber in die Küche, sonst bin ich nicht fertig, bevor sie alle kommen“, lacht Peter. „Tschüss!“ „Tschüss kleiner Freund!“, ruft der Stern und strahlt so hell er kann.