Ankommen

„Jetzt kreuzt du endlich auf!“, schreit Stefanie, seine Schwester, als sie die Tür öffnet. Sie umarmt Thomas stürmisch und schreit in das Haus zurück: „Tom ist da!“ Stimmengewirr ist zu hören. „Das ist also Barbara, endlich stellst du sie uns vor!“ Sie wird auch stürmisch umarmt und geküsst, während Tom sagt: „Das ist….“, seine Worte gehen im Lärm unter, der sich inzwischen in den Vorraum verlagert hat. Tom und seine Begleitung werden von der Verwandtschaft auf dem Weg zum Esszimmer lautstark begrüßt. Sie haben keine Möglichkeit, ein einziges Wort anzubringen. Alle schreien  durcheinander. Mutter bringt einen duftenden Braten an den Tisch. „Setzt euch endlich, Thomas und Barbara werden Hunger haben nach der langen Anfahrt.“

„Endlich lernen wir einmal deine Barbara kennen“, prostet Vater dem jungen Paar zu. „Das ist ….“ weiter kommt Tom wieder nicht. Seine Schwester fällt ihm ins Wort: „Du hast ja keine Ahnung, wieviel Frauen Tom uns schon vorenthalten hat. Du dürftest etwas ganz Besonderes sein.“ Alle lachen und prosten sich zu. Barbara grinst. „Du darfst sie schon küssen vor uns“, schreit sein Bruder Sebastian. „Hör auf, du Dummkopf“, Tom errötet. „Ich habe….“, weiter kommt er wieder nicht.

„Unser Tom ist ein wenig schüchtern. Umso mehr freuen wir uns, dass er dich heute zum großen Familienfest mitgebracht hat.“, neckt ihn seine Schwester Susanna. „Er ist das Nesthäkchen und Mam und Dad haben ihn immer so verwöhnt. Wenn wir Geschwister nicht gewesen wären, er könnte in der großen weiten Welt nicht bestehen“, lacht Susanna und gibt ihrem Bruder einen Kuss auf die Wange.

„Er kann sich schon wehren, stimmt’s Tomy?“, fragt sein Vater mit einem Glas Rotwein in der Hand. „Wisst ihr noch, wie er unseren Nachbarjungen verprügelt hat, weil sie in dasselbe Mädchen verliebt waren.“ „Vater!“, empört sich Tom. „Ist doch wahr. Jeder wollte ihr die Schultasche tragen. Tom hat gesiegt. Ich bin ganz stolz auf dich Tomy!“ „Vater! Musst du immer diese alten Geschichten aufwärmen. Ich war damals neun.“ „Alt genug um dich als Mann zu beweisen.“ Tom gibt sich geschlagen.

„Das muss ich dir auch noch erzählen Barbara“, bringt sich jetzt Stefanie wieder ein. „Zum Muttertag wollte er immer der erste sein an Mams Bett, mit selbstgepflückten Schlüsselblumen. Vor Aufregung konnte er die ganze Nacht kaum schlafen. So ein Romantiker ist Tom.“ Wieder Gelächter.

„Ich könnte auch noch eine Geschichte über unseren lieben Tomy erzählen“, Josef, der nächste Bruder, ist lautstark am Wort. „In der Schule hat er sich einmal mit Tinte im Gesicht bekleckert. Als er sich in den Spiegel sah, glaubte er, er sei todkrank und ist in den Wald gelaufen, hat sich unter einem Bäumchen versteckt. Er ist eingeschlafen und wir haben ihn alle gesucht. Als ich ihn aufgeweckt habe, sagte er: Bist du auch im Himmel?“  Alle brüllen wieder.

„Jetzt hört endlich auf“, ruft Mam beschützend. „Jetzt bringt er uns seine Freundin mit und wir haben sie noch nicht zu Wort kommen lassen.“ „Wir sind ziemlich undiszipliniert“, schwatzt eine Schwägerin. „Aber du wirst dich daran gewöhnen. Für mich war der ersten Besuch auch die Hölle.“ Ihr Mann legt ihr die Hand auf die Schulter. „Aber du hast dich nicht entmutigen lassen.“ „Ja, also Barbara, jetzt bist du am Wort und wir werden dir aufmerksam zuhören.“ Barbara schmunzelte. „Also ich komme aus Wien.“ „Hast du nicht gesagt, sie kommt aus Horn?“, fragt Stefanie nach. „Du studierst wahrscheinlich in Wien.“ „Ja, genau, ich studiere in Wien.“ „Was studierst du?“ „Medizin im Endstadium.“  Alle fallen mit medizinischen Fragen über sie her. Der Abend wie immer: Ein ausgelassenes Durcheinander.

„So jetzt ist Schluss“, ruft plötzlich Mam. „Die beiden sind sicher müde. Ihr habt Barbara mit euren Fragen genug gelöchert. Sie dürfen jetzt zu Bett gehen. Tom gähnt schon. Auf ihr beiden – wir wünschen euch eine gute Nacht. Das Gästezimmer ist gerichtet.“

„Danke für den wunderbaren Abend“, lächelt Barbara in die Runde. „Gute Nacht ihr Scheusale“, sagt Tom. „Das zahle ich euch heim!“

Vor der Tür schauen sich die beiden verlegen an. „Sie sind so ein chaotischer Haufen. Ich kann mich bei dir nur entschuldigen.“

„Sie sind alle sehr liebenswert. Ich habe mich köstlich amüsiert. Du kannst stolz auf deine Familie sein.“ „Bin ich ja auch, aber…..“

„Schade, deine Barbara hat etwas versäumt.“ „Es gibt keine Barbara mehr“, sagt Tom.

„Wie war dein Name?“ „Irene, und danke, dass du mich mitgenommen hast. Ich war schon ziemlich verzweifelt, es waren kaum mehr Autos unterwegs.“

„Wir müssen uns jetzt das Gästezimmer teilen“, Tom blickt Irene etwas befangen an. „Ist das so schlimm für dich?“ „Nein, ich finde dich sehr sympathisch.“ Tom gibt ihr einen Kuss auf die Wange und dann auf den Mund. „Du bist ja gar nicht so schüchtern, wie alle behaupten….“ Lachend gehen sie in den ersten Stock.

 

© Elfriede Maria Aufreiter

 

 

Peter hilft seinem  Freund Stefan

 

Stefan kommt heute mit hängendem Kopf in die Schule und setzt sich traurig neben seinen Freund Peter. „Was ist mit dir los?“, fragt Peter. „Bist du krank?“ „Nein“, drückt Stefan herum. „Was ist sonst los mit dir, du bist doch ganz traurig?“ Peter merkt, dass Stefan mit den Tränen kämpft. Er legt ihm den Arm um die Schultern und sagt zu ihm: „Spuck es schon aus!“ Stefan antwortet ganz leise: „Ich muss zu Pfingsten bei meiner Tante übernachten.“ „Das ist ja super“, ruft Peter. „Ich übernachte gern bei meiner Tante und bei meinen Cousinen!“ „Ich mag nicht gern wo anders schlafen“, gesteht Stefan leise. „Warum nicht?“, will Peter jetzt wissen. „Mir wird immer schlecht und ich habe Bauchweh und kann ganze Nacht nicht schlafen.“ Peter verkneift sich ein Lachen. „Aber bei meiner Tante darf ich ganz lange aufbleiben. Wir spielen ganzen Abend. Es ist dort so lustig. Ich kann dich gar nicht verstehen.“ „Ich fürchte mich heute schon und trau mir dann nichts zu essen und das Spielen macht mir gar keinen Spaß, weil ich mich vorm Schlafengehen schon so fürchte.“ „Du Armer!“, versucht Peter seinen Freund Stefan zu trösten.

„Magst bei mir übernachten?“, ruft er plötzlich freudig. „Bei dir?“ „Ja bei mir. Das wäre lustig. Da könnten wir ganzen Abend herumtollen und Legospielen. Und Mama erzählt uns eine Gute-Nacht-Geschichte, damit du besser einschlafen kannst. Und du bekommst auch eine Wärmeflasche, wenn dein Bauch zwickt und du könntest in meinem Bett schlafen. Da kann man wunderbar schlafen. Ich würde mich auf eine Matratze neben dich legen.“ Peter überschlägt sich mit Vorschlägen für Stefan. Stefans Gesicht beginnt zu lächeln. „Glaubst du wirklich, dass deine Eltern mir das erlauben würden?“ „Da bin ich mir ganz sicher. Die freuen sich, wenn wir Besuch haben. Wir könnten…..“ Peter ist nicht mehr zu bremsen.

Nach der Schule laufen Peter und Stefan zu ihm nach Hause. Peter will seine Mama sofort fragen.

Mama erlaubt es gerne. Stefan darf zu Pfingsten, wenn seine Eltern wegfahren, zwei Nächte bei Peter schlafen.

Stefan ist erleichtert. Seine Eltern haben auch nichts dagegen. Sie  wissen, dass Stefan Heimweh hat, wenn er woanders schlafen muss und sind froh über diese Lösung. Peter und Stefan haben jetzt jeden Tag viel zu reden…. Was Stefan alles zum Übernachten mitnehmen soll, was sie spielen können, was Mama kochen soll, wie lange sie aufbleiben werden, was sie den ganzen Tag über unternehmen werden……

Peter und auch Stefan freuen sich schon auf die gemeinsame Zeit.

© Elfriede Maria Aufreiter

 

Heiligster Herr Vater in Rom!

Ich bins wieder einmal, die Hofer Nandl aus Neumarkt.

Ist bei Ihnen in Rom auch schon der Frühling zu spüren? Heuer hatten wir einen schönen Winter. Hoffentlich hatte Rom keinen Schnee, weil die würden ja gar nicht zusammen kommen mit dem Schneeschaufeln auf dem Petersplatz, habe ich Recht?

Heiligster Herr Vater in Rom, wissens Sie noch, wie wir vor einem Jahr miteinander telefoniert haben, beim Pfarrfasching, wegen des Besuches bei Ihnen. Da haben Sie mich aber ganz schön geschreckt und alle andern auch. Ich muss Ihnen aber leider sagen, das mit dem Besuchen wird heuer nichts werden. Wir haben heuer viel zu tun in Neumarkt, da haben wir wirklich keine Zeit nicht, dass wir zu Ihnen kommen.

 

Im Frühling sind die Wahlen von der Kirche. Da sind die Wichtigsten, die mitfahren würden, alle dabei. Die Wagners, und die …mir fallen ja alle Namen nicht ein. Und im Frühling ist auch im Pfarrergarten viel Arbeit, alles ansetzen und so.

 

Im Sommer ist unser Herr Pfarrer nia nicht da. Er muss viel Holzhacken, irgendwie muss er es auch herausschwitzen. Ich muss viel Blumengießen und den Salat auch, das werden Sie sicher verstehen, weil das müssen Sie in Rom sicher auch machen. Sie vielleicht nicht, aber die was Ihnen halt so helfen im Papstgarten. Aber wer weiß, Sie machen Ihnen ja alles selber, sogar kochen. Da werden Sie Ihnen schon auch Kräuter ansetzen im Garten, wie unser Herr Pfarrer und dann müssen Sie auch Unkrautzupfen.

 

Und so um Ende August, da gibt es ein großes Fest in Neumarkt. Nein, nicht das Pfarrfest und nicht das Weinfest. Wissens, unser Herr Pfarrer hat da nämlich Geburtstag. Und den wird er sicher feiern, dann hat der auch nicht Zeit zum Mitfahren und der will Ihnen sicher auch einmal in Natura sehen und ein Foto machen.

 

Ich weiß nicht genau, ob unser Herr Pfarrer Klemens da 40 oder 50 wird. Ich meine, ausschauen tut er mehr wie dreißig. So ein feines, fesches Gesicht und überhaupt noch gar keine Falten nicht. Für einen Pfarrer wirklich ein fescher Mann. Da sind wir schon recht froh, dass er noch immer unser Herr Pfarrer ist, weil der würde schon manch einer auch gefallen. Aber unser Herr Pfarrer ist ein standhafter, ein ge-wichtiger, ein braver Mann. Der lässt die Frauen in der Kirche werken, aber dann hat es sich schon.  

 

Wie gesagt, der Herr Pfarrer feiert heuer einen Runden und da werden sich sicher alle bemühen, dass sie ihm ein schönes Fest machen und da gibt es viel zum Vorbereiten. Für den Pfarrgemeinderat, die Feuerwehr, der Kameradschaftsbund,Musik, Goldhaubenfrauen und wahrscheinlich alle Vereine. Da wird sich niemand lumpen lassen. Backen, Putzen, Kochen, das ist viel Arbeit. Wissens, heiligster Herr Vater in Rom, unser Herr Pfarrer ist ja so ein Lieber. Der ruft an, wen wer Geburtstag hat. Außer er trifft sie in der Kirche. Wie mich. Aber es gibt bei uns auch schon viele, die was nicht mehr so in die Kirche finden. Und die alle werden ihm sicher auch gratulieren wollen und anstoßen mit ihm.

 

Ja und dann ist schon der Herbst da. Da müssen dann viele den Pfarrer-Garten abräumen helfen und der Herr Pfarrer wird wieder den ganzen Tag in der Küche stehen. Weil er alles einkochen muss und wissens Heiliger Herr Vater in Rom, der macht da auch viele so gesunde Sachen, die was dann beim Adventmarkt verkauft werden. Unser Herr Pfarrer sorgt sich halt um Leib und Seele seiner Schäfchen und er ist so was von gefällig. Viele sagen ja schon „Kräuterpfarrer Klemens“ zu ihm.

Ich habe auch einmal so einen Wipfelsaft von ihm bekommen, weil ich bei seiner Predigt immer so husten müssen habe. Ehrlich gesagt, ich habe mich sehr gefreut darüber, aber geholfen hat er nicht viel. Mein Gott, der Doktor will ja auch sein Geschäft machen.

 

Und wissens Heiligster Herr Vater in Rom, wenn unser Herr Pfarrer für jede Hustende was hat und für jeden Schnäuzenden, dann muss er wirklich lang in der Küche stehen.

Soll ich ihn fragen, ob er Ihnen auch einmal so eine Medizin schicken möchte. Weil Sie werden vielleicht auch einmal krank werden und dann sind sie froh, wenn sie etwas haben.

 

Ja und dann ist eh schon Weihnachten. Und da haben wir alle keine Zeit nicht. Weil da ist es für alle drawig. Kranzbinden, Sockenstricken für den Adventmarkt. Der Chor und die Musik müssen Singen und Spielen üben. Kirchenaufputzen.

Nein, Heiligster Herr Vater in Rom, das wird nichts werden mit einem Besuch bei Ihnen heuer. Sie werden das verstehen. Weil immer haben Sie ja eh auch nicht Zeit. Sie fliegen ja auch in der ganzen Welt herum. Und dann wollen Sie wahrscheinlich einmal ein wenig Ruhe haben in Ihrem Alter.

Es wird schon Recht werden, vielleicht nächstes Jahr. Nach dem Pfarrfasching.

 

Also, Heiligster Herr Vater in Rom. Nichts für Ungut, dass wir nicht kommen.

Gesund bleiben und so frisch wie sie im Fernsehen immer ausschauen.

Soll ich Ihnen selbstgestrickte Socken schicken? 45er wären beim Adventmarkt über geblieben. Fäustlinge wären auch noch da. Oder soll ich die nächstes Jahr mitnehmen nach Rom?

 

Es grüßt Sie sehr herzlich die

Hofer Nandl aus Neumarkt

 

 

Wer hat dir diesen Floh ins Ohr gesetzt?

 

„Du musst dich endlich in Bewegung setzen, sonst kommst du nie an (dein Ziel)!“, flüsterte eine Stimme in seinem Ohr. Ratlos blickte der Esel nach allen Seiten. Da war doch niemand, außen Josef und Maria, die mit hängenden Köpfen vorm Haus saßen. Der Esel legte sich zu ihnen und begann im Schatten vor sich hin zu dösen. „Du verschläfst dein ganzes Leben, wenn du dich nicht endlich bewegst“, sprach wieder diese Stimme in seinem Ohr. Der Esel schüttelte seinen Kopf. Maria kraulte ihn hinter den Ohren und sagte: „Morgen geht es los, mein Lieber. Wir müssen.“ Der Esel hob seinen Kopf und sah Maria mit seinen großen Augen an. „Du hast schon richtig verstanden, wir müssen uns morgen auf die Reise nach Bethlehem machen.“ Der Esel wackelte mit seinen Ohren. „Wir müssen uns dort aufzeichnen lassen. Befehl von ganz oben. Jeder muss dorthin gehen, wo sein Stammbaum entspringt.“

Der Esel legte sein Haupt etwas schief. „Und wenn du mich noch so treuherzig anblickst, du musst mit. Du wirst unser Gepäck tragen und mich auch hin und wieder. Schau mein Bauch ist schon so groß. Es wird sicher anstrengend für uns zwei. Für mich und das Kind.“ Maria lächelte, streichelte dem Esel über den Rücken und ging ins Haus. Josef folgte ihr.

„Habe ich nicht gesagt, du musst dich endlich in Bewegung setzen, wenn du ankommen willst“, sprach wieder diese Stimme in seinem Ohr.

„Ich will nirgendwo ankommen und ich setze mich auch nicht in Bewegung. Nach Bethlehem! Eine Woche nur Strapazen. Ich bleibe hier!“ Damit streckte der Esel alle Viere von sich und schloss die Augen.

„Ich mache die Reise auch mit dir. Stell dir vor, was wir alles erleben werden. Wir werden in Dörfer kommen, in denen wir noch nie waren. Wir werden Menschen treffen, die wir nicht kennen. Wir werden Geschichten hören, von denen wir jetzt nur träumen können.“, die Stimme in seinem Ohr wurde immer aufgeregter. „Wer weiß, was uns da alles erwartet. Ich bin schon ganz aufgeregt. So steh doch endlich auf.“

Der Esel ignorierte die aufgebrachte Stimme. „Wie kann man nur so träge sein. Ich könnte springen vor Freude, ich könnte hüpfen vor Ungeduld und du liegst auf deiner faulen Haut.“

„Wer bist du eigentlich?“, fragte der Esel müde. „Ich bin ein Floh!“

„Wer hat mir den Floh ins Ohr gesetzt?“, rätselte jetzt der Esel schon etwas wacher. „Niemand. Ich habe dich ausgesucht. Weil ich geahnt habe, dass ich mit dir ein Abenteuer erleben werde.“ „Lass mich mit deinen Ahnungen in Ruhe“, brummte der Esel.

„Warst du schon einmal in Bethlehem?“, fragte der Floh freudetrunken weiter. „Nein, interessiert mich auch gar nicht.“ „Wie kann man so leidenschaftslos sein?“, wunderte sich der Floh. „Und was hast du von deiner Wichtigtuerei?“ „Wir werden in Gegenden kommen, die ganz neu für uns sind. Wir werden es mit Maria und Josef lustig  haben. Wir werden in Gasthäuser übernachten. Wir werden Dinge erleben, die wir uns gar nicht vorstellen können, wir…..“

„Halt endlich still, du kitzelst mich ja dauern mit deiner Herumhüpferei.“

„Wir werden vielleicht in einem See baden, wir werden den fernen Sternenhimmel betrachten, wir werden andere Tiere kennen lernen, wir….“, ließ sich der Floh nicht unterbrechen.

„Jetzt hör endlich auf. Ist ja gut, ich werde gehen um irgendwann dort in diesem Bethlehem anzukommen. Aber da braucht man doch nicht so ein Theater aufzuführen. Lass mich jetzt einfach schlafen und ein wenig träumen….“

„Träumen, träumen. Man muss das Leben leben, hörst du Esel. Ach Gott, er ist schon eingeschlafen. Gut, ich werde auch ein wenig ruhen, schließlich geht morgen die große Reise los. Da müssen wir beide ausgeschlafen sein….“

 

© Elfriede Maria Aufreiter

 

 

 

Herbstmensch

 

Bin noch nicht  bereit. Bist einen Sommer weit voraus gegangen.

Liebe noch im Frühlingsgras.

 

Beeil dich. Bleiben uns denn alle Jahreszeiten?

 

Du bedrängst mich.

Fühl doch, sanfte Sonnenstrahlen. Ein Tanz in der Dämmerung.

 

Lass uns ein Winter-Haus bauen. Eine Scheune für die Saat.

 

Mich lockt der Sommer, der kühle See.

Die langen Nächte, träum in den Tag.

 

Trödle nicht, das Leben ist kurz. Mach dich auf. Ich reiche dir die Hand.

 

Will verweilen im Abendrot, in Hängematten gleiten, singen von Maienzeit.

Hallareditü, hallareditü, juchhe

 

Rote Äpfel, süße Trauben, leere Felder.

Komm lass uns aufbrechen. Dem Heute Adieu sagen.

 

Sammelst schon Früchte. Willst der Ernte Gaben. Herbstmensch.

 

Lodernd Feuer im Kamin. Kuschelzeit. Kerzenschein.

 

Will mich nicht lösen vom Paradies. Barfuß im wehend Rock.

Blumenkranz am Haupt. Geh voraus.

 

Habe dich verloren. Nebelschwaden trüben meinen Blick. Liebe wo bist du?

 

Hör deine Stimme fern. Will dir entgegen eilen. Doch das Blümlein ruft.

 

Kann nicht länger auf dich warten. Schneegestöber treibt mich an.

 

Geh nur Herbst des Atems. Mein ist der Sommer noch. Pfeife leise tschüss.

 

© Elfriede Maria Aufreiter

 

 

 

 

AKUT 16

Ein Leben wie im Märchen

 

Ein betörender Duft schlug Gretl entgegen, als sie das Kaffeehaus betrat. Sie blickte nach allen Seiten. Schneeweißchen und Rosenrot saßen an einem Tisch. Die beiden winkten ihr zu und luden sie zu sich.

„Danke, ihr Lieben“, sprach Gretl. „Rotkäppchen wird sich wieder verspäten. Die trödelt immer so durch den Wald.“ Sie bestellte sich Kaffee und einen leckeren Kuchen.

„Wo ist Hänsel geblieben?“, wollten die beiden Mädchen wissen. „Ach, der bewacht das Knusperhäuschen. Der Lebkuchen schmeckt ihm nach wie vor am besten. Er kann sich nicht vorstellen, dass es in einem Kaffeehaus noch Leckeres gibt. “

Die Tür ging wieder auf und Rumpelstilzchen hüpfte in das Café. Es setzte sich alleine an einen Tisch und guckte ängstlich um sich. Die Drei riefen ihn zu sich. Er zierte sich: „Ich bin inkognito da!“, flüsterte er. „Wir kennen dich doch. Du bist das Rumpelstilzchen. Komm schon und leiste uns Gesellschaft“, lockten ihn die drei.

Wütend warf er seinen Stuhl um und stürmte aus dem Café. Beinahe hätte er Rotkäppchen umgestoßen. „Was ist dem über die Leber gelaufen?“, erkundigte sich Rotkäppchen bei ihren Freundinnen. Bestellte sich Torte und Kaffee.

 

„Guten Tag meine Lieben!“, tönte es von der Tür her. Der gestiefelte Kater kam hereinstolziert und setzte sich an den Tisch. „Habe fast keine freie Minute mehr. Ein großes Glas frische Milch bitte!“, sülzte er Richtung Bedienung. „Der Herr Graf bringt ohne meine Hilfe überhaupt nichts mehr zu Stande. Ich komme nicht einmal dazu, meine Stiefel zu polieren, “ klagte der gestiefelte Kater und zeigte seine Stiefeletten.

 

Plötzlich wurde die Kaffeehaustür weit aufgerissen. Schneewittchen betrat die Konditorei. Stolzierte in High Hills durch den Raum auf die Runde zu. Ließ sich in den Sessel gleiten. Schlug ihre langen Beine übereinander, griff in die große modische Handtasche. Nahm den Taschenspiegel heraus und legte lässig ein paar ihrer langen Haare, schwarz wie Ebenholz, hinter das Ohr. „Ich hatte keine Zeit für den Friseur. Meine Haare müssten schon längst nachgefärbt werden.“, begann Schneewittchen bei Tisch zu plaudern. „Ein Glas Prosecco, bitte. Man gönnt sich ja sonst nichts!“, lachte sie in die Runde. „Du trinkst aber in letzter Zeit ziemlich viel“, wagte Rotkäppchen einzuwenden. „Das ist nur vorübergehend, sonst halte ich meinen Stress nicht aus.“, gab Schneewittchen zur Antwort. „Du hast ja keine Ahnung. Der Königsohn ist dauernd auf Reisen. Ich muss mich um alles kümmern.“ „Ihr werdet doch Personal im Schloss haben, oder?“, hinterfragten Schneeweißchen und Rosenrot gleichzeitig. „Die Oberaufsicht muss jemand haben, sonst schlafen die hundert Jahre.“, entgegnete Schneewittchen entrüstet.

 

Das Glas Prosecco ward gebracht. Schneewittchen leerte es mit einem Satz. „Bitte noch eines. Oder besser gleich eine ganze Flasche. Ihr trinkt doch sicher mit.“, lud sie die Runde ein.

„Sag einmal Schneewittchen, hast du dir die Lippen aufspritzen lassen?“, fragte Gretl plötzlich. „Ja“, gestand Schneewittchen. „Ich komme in die Jahre und die Konkurrenz schläft nicht.“

„Sag, wo kann man sich so etwas machen lassen?“, hinterfragte Rotkäppchen neugierig.

„Beim Doktor Allwissend natürlich. Und weil ich schon einmal in seiner Praxis war, habe ich überall ein wenig nachhelfen lassen.“ „Wo?“, wollte Rosenrot wissen. „Ja bei allem. Hat mir zwar einen Klumpen Gold gekostet. Aber nun, die Lippen, die Brüste, das Gesicht, der Bauch, der Po, alles wie neu.“, gestand Schneewittchen.

 „Du siehst tatsächlich ganz anders aus. Ich dachte schon Rapunzel kommt herein, mit frisch geschnittenem Haar.“, gestand  Schneeweißchen. 

„Also bitte, mich mit Rapunzel zu verwechseln finde ich eine Frechheit!“, entrüstete sich Schneewittchen.  „Wenn ihr nicht meine Freundinnen wäret, ich würde auf der Stelle verschwinden.“  „Entschuldigung, Entschuldigung!“, stammelte Schneeweißchen. „Du siehst toll aus. Um mindestens zehn Jahre jünger. Also, wenn der Bär keinen Gefallen mehr an mir findet, dann suche ich auch diesen Doktor Allwissend auf.“, versuchte Schneeweißchen einzulenken.

Schneewittchen nahm einen großen Schluck direkt aus der Flasche. „Bei euch kann ich mich ja geben wie ich bin, aber beim Königssohn.“ „Was ist mit ihm?“, wollten alle wissen. „Ach, der ist dauernd auf Geschäftsreise. Ich bezweifle, ob das stimmt. Wenn er nach Hause kommt, hat er an allem etwas auszusetzen.“, schluchzte Schneewittchen unglücklich.

„Du meinst doch nicht…?“

„Ich vermute, aber Beweise habe ich keine. Es will mich keiner chauffieren, um ihm nachzuspionieren.“ „Aber nein, Schneewittchen! Du Arme, du bist doch die Schönste im ganzen Land. Der Königssohn würde dich nie betrügen!“, behauptete Gretl felsenfest. Schneewittchen fuhr sich über ihre Augen. „Ihr habt es schön mit euren Männern, aber ich?“

„Ich habe überhaupt keinen Mann“, klagte Gretl. „Hänsel lässt keinen Jüngling in meine Nähe. Ich darf mich nur mit euch treffen, alles andere verbietet er mir. Er will seine Schwester nicht an einen „Froschkönig“ verlieren. Er bewacht mich Tag und Nacht.“

„Mich sieht überhaupt kein Bursche an. Alle haben sie Angst vorm bösen Wolf, der sich irgendwo in meiner Nähe aufhalten soll. Dabei ist der doch längst tot, aber böse Gerüchte halten sich ewig.“, behauptete Rotkäppchen. „ Wo ist eigentlich der gestiefelte Kater hingekommen?“

„Längst schon wieder weg. Auf den brauchst du nicht zu setzen. Du weißt doch, der hat es immer eilig. Geschäfte machen für den Grafen. “, quasselte Rosenrot.

„Übrigens, Schneeweißchen und ich sind auch nicht besser dran. Der Bär kommt zwar jeden Abend brav zu uns nach Hause, aber was er am Tag treibt, das wissen wir auch nicht so genau. Und, er kann sich für keine von uns entscheiden. Soll er doch endlich das Los werfen! Wir hoffen beide jeden Tag, dass er sich einmal festlegt. Aber er tut es einfach nicht. So ein Feigling.“, gestand Rosenrot.

 

„Irgendwie habe ich das Ganze allmählich satt“, klagte Schneewittchen.

„Ich auch, ich doch auch!“, pflichteten ihr die übrigen bei.

„Manchmal sehne ich mich nach meinem alten Leben zurück. Da war alles einfach und klar. Ich brauchte mir keine Gedanken zu machen. Ich musste nur schön sein!“, betrauerte Schneewittchen.

„Wir lebten auch gemütlich bei unserer Mutter, bis der Bär kam. Er ist eine willkommene Abwechslung, aber mehr nicht.“, brach aus Schneeweißchen und Rosenrot heraus.

„Ich konnte meine Großmutter besuchen so oft ich wollte. Kuchen war immer mit dabei. Der Wolf in meiner Nähe gab mir Sicherheit. Er ist nicht zum Fürchten.“, erzählte Rotkäppchen.

„Mit der bösen Hexe war es zwar aufregend, aber die sah doch so schlecht. Ich konnte meinem Hänsel alles zuschieben was ich wollte. Wir hatten ein leichtes Spiel mit ihr“, meldete sich Gretl zu Wort.

 

„Was machen wir nun, wir armen Märchenfiguren?“ Alle sahen sich betroffen an.

„Ich würde am liebsten zurück in mein Märchenbuch klettern und alles kommen lassen, wie es kommen muss“, schlug Rotkäppchen vor.

„Das ist ein genialer Vorschlag  Rotkäppchen!“, schrie Schneewittchen. „Macht ihr auch mit?“, fragte sie alle Anwesenden.

„Ein unaufgeregtes frommes Leben!“, frohlockten Schneeweißchen und Rosenrot.

„Endlich wieder in Ruhe mit den Perlen und Edelsteinen spielen“, antwortete Gretl.

„Wieder die natürliche Schönheit sein, die ich bin. Ein Königssohn, der mir treu zur Seite steht. Keine Konkurrenz von jungen Gänsemägden. Ich bin sofort dabei!“, begeisterte sich Schneewittchen.

„Der gestiefelte Kater könnte sich in aller Ruhe wieder mit mir im Zauberwald treffen“, ereiferte sich Rotkäppchen. „Rumpelstilzchen ums Feuer tanzen.“

 

„Das wäre ein Leben wie im Märchen!“, schwärmte Schneewittchen.

Alle schlugen das Buch auf und stiegen in ihre alte Rolle ein.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute – irgendwo in irgendeinem Märchenbuch. Vielleicht in deinem!

 

 

Feder

 

Lenas Blick wurde von dieser kleinen weißen Feder am schwarzen Asphalt angehalten.

Woher kam diese Feder plötzlich? Warum lag sie ausgerechnet auf ihrem Weg?

 

Ach, das war einfach eine Feder, von einem Vogel verloren. Direkt vor ihren Füssen, na und?

 

Trotzdem blieb sie einen Augenblick stehen, ihre schnellen Schritte unterbrechend. Widerstand dem Drang, die kleine weiße Flaumfeder aufzuheben.

Die unbemerkt zur Erde gependelt,  von allen Vorbeieilenden nicht beachtet.

 

Sie beugte sich doch in ihrem engen Minirock zu Boden und hob die Feder sachte auf. Legte sie in ihre Hand. War von der Zartheit berührt. Kaum spürbar lag sie an ihren Fingern. Sie blies vorsichtig über das Wundersame.

 

Staunend verharrte Lena. Das Wort „Engel“ drängte sich auf.

Wenn es aus dem Kleid ihres Schutzengels gefallen war? Blödsinn, wer glaubte schon an so etwas? Das war Sache ihrer geliebten Großmutter gewesen. Die vertraute  Schutzengel und Ähnlichem.

Und wenn es tatsächlich Engel gab? Dies Zeichen eines  solchen war?

 

Lena schloss die Hand über der Kostbarkeit und setzte ihren Weg verträumt fort.

Legte die zarte Feder im Büro auf ihren Schreibtisch. Blies mit einem Lächeln sanft drüber. Positionierte die Daune so, dass sie vor neugierigen Blicken und Zugluft geschützt war.

 

Im Laufe des Tages fiel ihr Blick immer wieder auf den kleinen zarten weißen Flaum. Er veränderte etwas in ihr, bewegte ihr Herz. Noch unbeschreiblich, geheimnisvoll, Fragen aufwerfend.

 

Ein Schatz lag da. Entwirrte ihren Geist, ihre Sinne. Das Leben war doch….

Ja, was war ihr Leben? Ihre Sanftheit versteckte sich hinter Aktenbergen. Die Zartheit war im Alltag zertrampeln worden. Die Makellosigkeit mit grellen Farben übertüncht……

 

Tagsüber lehnte sie sich öfter, den Blick nach innen gewandt, zurück. War diese kleine Feder tatsächlich ein Zeichen ihrer geliebten Oma? Hinweis dafür, dass es doch Dinge gab, die über diese sichtbare Welt hinaus wiesen? War sie endlich aufgewacht?

 

 

 

Aufmüpfig

 

Sehr geehrter Herr Finanzminister!

Wie stellen Sie sich das vor mit der Registrierkasse?

Bis jetzt bin ich immer durch die Reihen gegangen und habe abgesammelt. Sie wissen schon am Sonntag, bei der Messe. Ich bin nämlich der Mesner. Natürlich schaue ich nicht, was jede einzelne Person da in den Klingelbeutel wirft. Das gehört sich einfach nicht. Weil die einen haben mehr und andere hätten es nötig, dass man ihnen was gibt.

Ich also, gehe durch die Reihen in der Kirche. Hoffe, dass ein wenig Geld zusammen kommt. Sie wissen, es gehen nicht mehr so viele in die Kirche wie früher.

Jetzt führen Sie die Registrierkasse ein.  Soll ich da für jeden Betrag, den ich absammle einen Beleg hergeben?

Herrn Minister, da sieht man, dass Sie schon lange nicht mehr in der Kirche waren. Entschuldigung, aber das muss ich jetzt einfach so herschreiben. Weil Sie da wirklich keine Ahnung haben. Ich muss dann jeden fragen, „Wieviel hast du her gegeben?“ und muss das in diese Kasse tippen und dann kommt der Zettel heraus und den gebe ich dann an den Kirchenbesucher.

Also wirklich Herr Minister. Da muss ja unser Herr Pfarrer so lange warten, bis ich mit meiner Absammlerei fertig bin. Und die andern auch. Da würde es sicher unruhig werden in der Kirche.

Sagt eine Frau eine falsche Summe, dann stimmt am Ende die ganze Abrechnung nicht und ich muss womöglich noch den Betrag zahlen, der in der Kasse fehlt. Weil mehr sagt schnell jemand, aber zu wenig sicher nicht.

Und was tun die Kirchgeher mit den Kassazetteln? Ich weiß das von mir selber. Ich schmeiße die gleich wieder weg. Stellen Sie sich vor, wie es dann in unserer Kirche aussieht. Alles voller Zettel am Boden. Da muss die Kirche jede Woche gereinigt werden. Das wird die Frauen vom Kirchenputz sicher nicht freuen, auch wenn sie es sonst gern machen, weil sie da auch viel zum Tratschen kommen.

Also nein, meine lieben Herrn Minister! Da ist Ihnen wirklich nichts Gescheites eingefallen.

Ich will nicht aufmüpfig sein. Ich würde Sie gern einmal zu uns in die Kirche einladen, an einem Sonntag. Da haben Sie im Parlament eh nichts zu tun. Schauen Sie mir dann bei der Ab Sammlung zu und dann werden Sie wissen, dass das für mich als Mesner einfach nicht machbar ist. Nicht einmal wenn Sie die Männerseite nehmen und ich die Frauenseite. Unvorstellbar.

Ehrlich gesagt, ist diese Idee mit der Registrierkasse eine Schnapsidee von Ihnen. Am grünen Tisch ist leicht ein neues Gesetz gemacht, aber die Praxis schaut dann anders aus.

 

Ich weiß ja nicht, ob Ihnen andere Mesner auch schon geschrieben haben, aber bei uns in Neumarkt geht das auf keinem Fall.

Ich würde sagen, machen Sie das Ganze einfach rückgängig. Mir tun zwar die jetzt leid, die sich so eine sündteure Kassa angeschafft haben. Wissen Sie, wir müssen sparen, wir brauchen ein neues Pfarrheim und das kostet eine Menge Geld.

Sollten Sie tatsächlich zu uns in die Messe kommen, nehmen Sie bitte zwei Registrierkassen mit, weil wir ja noch keine haben. Sie werden im Parlament irgendwo eine alte herumstehen haben.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Der Hofer Franzl aus Neumarkt

 

@ Elfriede Maria Aufreiter